Demobericht 15.12.

Am 15.12.2018 haben wir an der Demonstration gegen die Verdrängung von Potse und Drugstore teilgenommen. Bereits im Vorfeld haben wir auf Twitter stark für diese Veranstaltung mobilisiert und dadurch klar kommuniziert, dass wir an diesem Tag anwesend sein werden.
Wir positionieren uns als israelsolidarische Antifaschisten und haben uns ebenso einige Tage vor der Demo klar gegen den Jugendwiderstand positioniert. Und genau aus diesem Grund hatten wir bereits im Vorfeld Sorge, dass der Jugendwiderstand und/oder seine Unterstützer*innen und Sympathisant*innen auf der Demonstration auftauchen würden.

Kurze Zeit (ca. 13:30 Uhr) nachdem wir uns am Treffpunkt vor dem Rathaus Schöneberg eingefunden haben, ist uns eine Person aufgefallen, die wir rein äußerlich dem JW zuordneten uns dabei aber nicht viel dachten und das auf den Genossen Zufall schoben. (Später hat die Recherche ergeben, dass diese Person dem Jugendwiderstand angehört)
Der Startzeitpunkt der Demo, der auf 14:03 Uhr angesetzt war, hat sich nach hinten verschoben und wir sind ein bisschen durch die Menge geschlendert um uns einen Gesamtüberblick über die Lage zu verschaffen. Dann sahen wir auf der anderen Straßenseite zwei Personen auf einer Bank sitzen, den Blick starr auf uns gerichtet. Jedesmal wenn wir das Sichtfeld der Personen betraten, machten diese sich gegenseitig auf uns aufmerksam und zogen ihre Vermummung ins Gesicht. Die Sache wurde deutlich, als einer der beiden, nachdem sie zuvor direkt auf uns zeigten, uns bei bestehendem Blickkontakt den Mittelfinger zeigte.
Als die sich die Demo in Bewegung setzte, verloren wir den Kontakt zu den beiden.

Keine zwei Minuten nachdem wir mit dem Demonstrationszug losliefen fiel uns die Person auf, die wir schon am Anfang vage dem JW-Umfeld zuordneten. Dieser unterhielt sich bei jeder Gelegenheit mit einem uns bekannten BDS-Aktivisten, was unseren Verdacht nur bestärkte. Während der Demo lief der JWler auf dem Bürgersteig neben der Demo konstant auf unserer Höhe, ließ uns selten aus den Augen und hat mehrfach Kontakt zu einem Ordner der Demo gesucht. Später stellte sich heraus, dass er sich von dem Ordner wünschte gewisse Antideutsche von der Demo schmeißen zu lassen. Als wir feststellten, dass er nun hinter uns lief, ließen wir uns zurückfallen um aus seinem direkten Sichtfeld zu verschwinden. Als er an uns vorbeilief, ließ er es sich nicht nehmen uns mit eindeutigen Drohgebärden und Augenkontakt zu signalisieren, was uns bevorstünde. In einem unaufmerksamen Augenblick seinerseits nutzten wir die Gelegenheit um uns von der Demo abzusetzen und erstmal an einen sicheren Ort zu gehen.

Wir fragen uns nun:

Was hat der Jugendwiderstand auf der Demonstration von Potse und Drugstore zu suchen, wenn sowohl Räume als auch Kollektive in das Feindbild des JWs passen?

Sind simple Pöbeleien auf Twitter tatsächlich so relevant für den JW um uns physisch zu bedrohen? Könnten sie die Zeit nicht in ihre ach so tolle Antifaarbeit stecken?

Inwiefern ist es legitim unter dem Vorwand der unbedingten Solidarität mit Linken, eine Gruppe zu unterstützen, die regelmäßig dadurch auffällt, dass sie versucht andere Linke durch Bedrohung und physische Gewalt mundtot zu machen?


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